Letztes Update: 05.12.20

 

Wenn Sie für Ihre Kinder, für eine Wanderung, eine Party oder eine Tour im Freien einen Bollerwagen selbst zusammenbauen möchten, ist dies zwar nicht ganz einfach, wenn man sich an die Anleitung und Tipps hält, die wir Ihnen geben, ist es aber auch kein Hexenwerk. In nur sieben Schritten zeigen wir Ihnen von der Materialzusammenstellung bis zum fertigen Bollerwagen alles, was Sie zum Selbstbau brauchen.

 

Die Werkzeug- und Materialauswahl

Damit der Selbstbau gelingt und sich das fertige Werk hinter anderen Modellen im Bollerwagen Test nicht verstecken muss, sollten Sie bereits die Materialien sorgfältig auswählen und über ordentliches Werkzeug verfügen. Für den Bau benötigen Sie:

Werkzeuge:

* Akkuschrauber

* Bohrmaschine

* Säge

* Schleifpapier

Pinsel (zum Bemalen)

Materialien:

* Stabile Bodenplatte

* Je zwei Seiten- und Stirnplatten

* 2×2 cm starke Leisten

* 3,5 x 3,5 cm starke Latten

* Besenstiel

* Seil

* Vier Räder mit Luftreifen

* U-Schellen

* Hülsen

* Wasserfesten Lack

* Zwei Achsen

* Schrauben

Achten Sie bei den Materialien darauf, dass alles stabil und langlebig ist. Als Holz für Boden, Seiten und Stirnplatten empfehlen wir, Sperrholz aus Birke, Ahorn, Buche oder Eiche zu nehmen. Weichhölzer wie Kiefer oder Fichte sind nicht empfehlenswert. Sperrholz ist solide und leicht zugleich. Massivholz würde schnell zu schwer werden, so dass der beladene Bollerwagen später unnötig schwer würde. Wir empfehlen zudem, zunächst das Fahrgestell zusammenzubauen und dann das Holzgestell darauf zu befestigen. Dies macht den Bau deutlich einfacher.

Bauplan

Wenn alle Teile beisammen sind, sollten Sie sich einen groben Bauplan erstellen. Scheuen Sie sich nicht, Ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und einen eigenen Plan zu entwerfen. Sie können zwar auch einen Standard-Bauplan aus dem Internet verwenden, aber es ist doch deutlich erfüllender, den Bollerwagen genau an den eigenen Bedarf anzupassen und den eigenen Vorstellungen entsprechend zu bauen.

Schritt 1: Die Holzverarbeitung

Alle Holzteile sollten zugeschnitten sein, bevor es an den Zusammenbau geht. Wer möchte, kann sich das Holz auch gleich im Baumarkt zuschneiden lassen. Dann kann man natürlich auch auf die Säge als Werkzeug verzichten. Die Schnittkanten der Sperrholzplatten sollten mit Schleifpapier nachgearbeitet werden, damit es keine scharfen Kanten gibt, an denen man sich verletzen kann.

Beachten Sie den schrägen Schnitt für die Seitenteile, denn zumindest Stirn- und Heckplatte sollten abgeschrägt sein. Die querliegenden Latten unter dem Wagen müssen auf die korrekte Breite gesägt werden und leicht überstehen, damit die Seitenstreben entsprechend daran befestigt werden können. Wir empfehlen, sie im 30 Grad Winkel abzusägen, damit die Seitenstreben ordentlich halten und sich einfach verschrauben lassen. Wer sich mit den Winkeln und Schnitten unsicher ist, kann die Stirn- und Heckplatten auch problemlos erst am Schluss nach dem Anzeichnen zurechtsägen.

 

Schritt 2: Vorbohren und Verschrauben

Alle Platten sollten mit einem 3 mm Holzbohrer vorgebohrt werden, damit beim Verschrauben nichts ausreißt. Auch die Seitenstreben sollten sorgfältig vorgebohrt werden, bevor man sie verschraubt.

Die Länge der Schrauben sollte natürlich an das Material angepasst sein. Die Seitenstreben sollten mit langen dünnen Schrauben (idealerweise Spax) verschraubt werden. Die Querlatten lassen sich dann unter dem Boden befestigen, bevor die seitlichen Streben auf die Querlatten gesetzt und miteinander verschraubt werden. Auch kurze (hohle) Rohrstücke aus Metall eignen sich durchaus gut als Seitenstreben. Diese kann man mit einem Splint und Querstreben ebenfalls gut sichern.

 

Schritt 3: Achsen und Reifen

Die Achse können Sie mit U-förmigen Rohrschellen sehr einfach montieren. Wenn Sie genau passend sind, können Sie zusätzlich eine Hülse verwenden, damit die Achse nicht am Holz scheuert. Bei Bedarf können Sie die Hülsen leicht einfetten. So wird der Wagen nicht ausscheren und läuft schön ruhig. Dies macht ihn auch im Umgang mit Kindern sehr sicher.

Gewindestangen, Abstandshalter sowie Hülsen und Scheiben können unter den Wagen geschoben und mit den Rädern versehen werden. Die Räder selbst werden über passende Unterlegscheiben und Muttern gesichert. Auf ein Achslager und eine Achswelle können Sie problemlos verzichten, wenn Sie den Bollerwagen nur einmalig oder gelegentlich nutzen möchten.

 

Schritt 4: Alles im Griff

Als Griff reicht im Prinzip ein einfacher Besenstiel oder eine dünne Latte völlig aus. Der Mittelteil eines Holzbügels kann am oberen Teil des Stiels dafür sorgen, dass er gut in der Hand liegt. An der Bodenplatte kann ein kleiner Teil der Latte angeschraubt werden, an der dann der Griff befestigt wird. Noch einfacher ist es natürlich, einfach ein Seil am Wagen zu befestigen. Dadurch lässt er sich später auch einfacher verstauen als mit einem sperrigen Griff. Mit einem U-förmigen Profil am Überstand der Latte lässt sich der Griff auch sehr einfach klappbar gestalten.

Schritt 5: Verstärken und Fertigstellen

An die Seitenteile sollten von innen sowie vorne und hinten noch senkrechte Leisten angeschraubt oder angeleimt werden. Sie können mit den Streben verschraubt werden und halten die Seitenteile. Wer zusätzlich Querleisten einarbeitet, kann auch sehr einfach ein Holzbrett auflegen, dass das später als Bank dienen kann. Falls Sie dies in Erwägung ziehen, sollten Sie das Brett der Bank auf jeden Fall verschrauben. Insbesondere, wenn es von Kindern genutzt werden soll.

 

Schritt 6: Lackieren

Abschließend sollten alle Holzelemente noch mit farbigem oder farblosen Klarlack überzogen werden, um alles wasserfest und beständig zu machen. Das Holz bleibt dann deutlich länger in einem guten Zustand und der Lack dient zudem als Spritzschutz. Später lässt sich der Bollerwagen dann einfach abwischen.

 

Fazit

Mit etwas handwerklichem Geschick lässt sich ein Bollerwagen recht einfach selbst zusammenbauen. Wenn Sie einen einfachen Wagen für den Transport von Getränken oder anderen Dingen bauen wollen, können Sie alternativ auch einfach Räder und einen Griff an eine robuste Holzkiste montieren. Dies macht den Aufbau nochmals deutlich einfacher. Zum Hineinsetzen ist eine solche Variante aber nicht geeignet.

 

 

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