Letztes Update: 05.12.20

 

Wenn Sie mit Kindern zelten möchten, mit dem Wohnwagen oder Wohnmobil unterwegs sind oder einfach nur einen Tag am See verbringen möchten, sollten Sie darauf achten, dass Sie alles dabei haben, was Sie für einen gelungenen Urlaub oder Kurztrip brauchen. Insbesondere für Familien bietet sich ein Campingausflug an, denn von Natur pur bis zum Luxusurlaub ist alles möglich und im Verhältnis zu anderen Urlaubsarten kann Camping günstig, praktisch und erlebnisreich zugleich sein.

 

Wir verraten Ihnen in diesem Artikel, worauf Sie achten sollten, wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, und was Sie auf jeden Fall einpacken sollten, wenn Sie mit der Familie zelten bzw. campen möchten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie einen Wohnwagen, einen Camper oder ein Zelt zum Übernachten nutzen. Bei unserer Checkliste haben wir uns am klassischen Zeltausflug orientiert, denn im Wohnwagen oder Wohnmobil kann man natürlich praktisch seinen kompletten Hausstand mitnehmen. Beim Zelten hingegen muss man schon etwas genauer planen, was man mitnimmt und worauf man vielleicht verzichtet.

 

Bevor es losgeht: Die Ortsauswahl

Beachten Sie, dass das wilde Campen am Straßenrand bis auf wenige Ausnahmen in Europa fast überall verboten ist. Schweden, Norwegen und Finnland sind diesbezüglich liberaler und auch in Spanien und Italien gibt es einige Möglichkeiten, in der „Wildnis“ zu campen. Wer in anderen Ländern unterwegs ist oder auf den Komfort einer Dusche, Elektrizität und eine bessere Infrastruktur nicht verzichten möchte, dem empfehlen wir stets, sich einen geeigneten Campingplatz zu suchen, auf dem man seinen Wohnwagen abstellen oder das Zelt aufbauen kann. Was die Ausstattung von Campingplätzen angeht, gibt es praktisch alles. Manche verfügen über ein Hallenbad, Restaurants mit Frühstück, Spielplätze & Co., während andere eher spärlich ausgestattet sind und einfach nur die Fläche zum Parken oder Zeltaufbau zur Verfügung stellen. Am besten schauen Sie sich in einem Campingführer die verfügbaren Campingplätze am Zielort an, der ADAC hat hier gute Bücher im Angebot. Aber auch im Internet wird man schnell fündig, wenn es um die Auswahl des Campingplatzes geht. Hier kommen zudem persönliche Erfahrungsberichte hinzu, die sehr hilfreich sein können.

 

Checkliste Campingausflug mit Kindern – Was brauchen Sie?

Wer mit Hightech-Zubehör und hochwertigen Materialien für maximalen Komfort unterwegs ist, der kann viel Geld für das Campingequipment ausgeben. Es geht aber auch deutlich günstiger. Was für einen gelungenen Campingausflug alles eingepackt werden muss, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

Das Wichtigste: Das Zelt

Ein gutes Zelt ist sicherlich das Wichtigste beim Camping. Hier sollten Sie entsprechend nicht an der falschen Stelle sparen. Die wichtigsten Eigenschaften eines guten Zelts sind:

* Wasserdicht (mindestens mit einer Wassersäule von 5.000 bis 8.000 mm)

* Ausreichend viel Platz für alle Camper

* Doppelt genäht und reißfest

* Leichte Stangen, die nicht aus Fiberglas bestehen

Was die Form angeht, können Sie zwischen verschiedenen Varianten wählen. Während ein Tunnelzelt viel Platz bei gleichzeitig wenig Gewicht bietet, sind Kuppelzelte oder geodätische Zelte deutlich standfester, bieten aber weniger Platz. Große Familienzelte sind ab drei Personen sowie bei längeren Standzeiten empfehlenswert. Durch getrennte Schlafkabinen und einen Vorraum sind sie besonders komfortabel und bieten viel Platz für Gepäck & Co.

Auf jeden Fall sollte das Zelt nie zu klein gewählt werden. Was die Schlaffläche angeht, sollten Sie mindestens 55 bis 60 cm je Person rechnen, damit es nicht zu eng wird. Dies ist dann auch die Mindestbreite der Isomatte. Wenn Sie aktive Kinder haben, sollten Sie im Zweifel eher etwas mehr Platz einplanen. Je kleiner das Zelt, desto besser müssen Sie auf eine gute Organisation und Ordnung achten. Ein Zelt mit mehreren Kabinen bringt hier viel Erleichterung. Beachten Sie auch, dass die meisten Familienzelte im Aufenthaltsraum keinen Boden haben. Gegebenenfalls sollten Sie daher eine passende Plane oder Decken einplanen, die Sie unterlegen können.

 

Isomatten und Schlafsäcke

Jeder Mitreisende sollte seine eigene Isomatte und seinen eigenen Schlafsack haben. Idealerweise nutzen Sie zusätzlich Luftmatratzen, wenn Sie es bequemer und komfortabler haben möchten. Bis zu 50% der Körperwärme gehen über den Boden verloren. Hier können also sogar untergelegte Zeitungen oder Tüten einen deutlichen Unterschied machen.

Was es sonst noch zu Isomatten und Schlafsäcken zu beachten gibt, haben wir im Folgenden kurz für Sie zusammengefasst:

* Nutzen Sie als Erwachsener eine rückenschonende und idealerweise selbstaufblasende Matte als Unterlage. Für Kinder reichen in der Regel etwas dünnere Isomatten. Je kühler es ist, desto besser sollte die Unterlage isolieren.

*Luftmatratzen sind deutlich komfortabler, isolieren besser und sind bequemer, nehmen aber mehr Platz weg.

* Der Schlafsack sollte an die Witterungsbedingungen angepasst sein. Ist er zu dick, schwitzt man schnell; ist er zu dünn, kann es kalt werden. Die Temperaturangabe auf dem Schlafsack gilt für eine leicht bekleidete Person, die gerade noch nicht friert, wenn sie im Schlafsack schläft.

*Mumienschlafsäcke sind nicht ganz so bequem wie eiförmige Schlafsäcke, halten aber wärmer und isolieren besser.

* Für Kleinkinder und Babys gibt es spezielle Babyschlafsäcke, die meist mit zusätzlichen Ärmeln geliefert werden. Denken Sie auch an eine passende Mütze und eine gut isolierende Unterlage im Kopfbereich.

*Kinderschlafsäcke für größere Kinder müssen nicht unbedingt sein, hier tut es auch ein Schlafsack für Erwachsene. Um nicht zu viel Luft im Inneren zu haben, kann man den überschüssigen Teil abbinden.

*Kunstfaser-Schlafsäcke trocknen deutlich besser als andere Materialien. Dies sollten Sie bei Kindern beachten, denen noch hin und wieder ein Malheur passiert.

*Deckenschlafsäcke aus Baumwolle sind schwerer und haben ein recht großes Packmaß, haben aber den Vorteil, dass sie sich insbesondere bei Hitze deutlich angenehmer anfühlen und zudem weder rascheln noch rutschen. Sie können im Hochsommer auch einfach als Decke genutzt werden. Für extreme Witterungsbedingungen sind sie aber nicht geeignet.

* Wenn Sie die Schlafsäcke vom gleichen Hersteller kaufen, sind Sie flexibler und können sie häufig auch zu einem großen Schlafsack verbinden.

Insbesondere, wenn Sie mit mehreren Kindern reisen, ist es empfehlenswert, das gesamte Zelt mit Isomatten auszulegen und gegebenenfalls ein Spannbettlaken drüber zu ziehen. So rutscht nichts und niemand kann von seiner isolierenden Unterlage rutschen. Für Babys können Sie gegebenenfalls sogar ein kompaktes Babyreisebett einplanen. Für die ganz Kleinen kann auch die Wanne des Kinderwagens sehr gut als Reisebett umfunktioniert werden.

 

Die richtige Kleidung

Beim Camping sollten Sie auf Eventualitäten gut vorbereitet sein. Denken Sie an reichlich wind- und wasserfeste Kleidung, packen Sie Schlafanzüge ein, die besonders warm halten und denken Sie auch an ausreichend viel Wechselkleidung sowie für Kinder an ein Set als Regen- und Matschkleidung.

Nasse Kleidung trocknet im Zelt schlecht und bei schlechtem Wetter im Freien überhaupt nicht. Daher sollten Sie nie an Wechselkleidung sparen. Packen Sie möglichst Kleidung aus Fleece ein, denn er trocknet schneller und hält schön warm. Gummistiefel können darüber hinaus ebenfalls nie schaden und auch ein Regenschirm für jede Person sollte immer im Gepäck sein. Wenn das Wetter schön wird, sollten Sie kurze Sachen dabei haben, einen Sonnenhut sowie auch an Sonnenbrille und Gesichtscreme denken.

Wichtiges Zubehör

Welches Zubehör unbedingt mitgenommen werden sollte, hängt auch vom Campingplatz ab. So brauchen Sie beispielsweise nicht unbedingt einen Gaskocher, wenn der Campingplatz über eine Küche verfügt. Auf jeden Fall müssen Sie die Möglichkeit haben, zu kochen. Was darüber hinaus noch wichtig ist, können Sie der folgenden Zusammenfassung entnehmen:

* Geschirr und Besteck aus Melamin (wiederverwendbar) oder Holz (recycelbar) ist leicht und praktisch

* Töpfe, Pfannen, Schneidbrett, Messer, Dosenöffner, Gewürze, Saucen und Nudeln sollten auf jeden Fall mit. Wir empfehlen, Essen für die ersten zwei bis drei Tage mitzunehmen, falls der Aufbau länger dauert oder Sie keine Lust haben, direkt an den ersten Tagen einkaufen zu gehen. H-Milch und Müsli sowie Obst sind empfehlenswert, wenn Sie Kinder mitnehmen.

* Zum wichtigen Zubehör gehören auch mindestens eine Taschenlampe, Papierrollen, Toilettenpapier, ein Wasserkanister, eine Kühlbox und eine Wäscheleine, eine Waschschüssel, ein Handfeger mit Schaufel, Mülltüten, Panzerband, ein Seil, ein kleiner Werkzeugsatz und ein Feuerzeug.

* Mit einer großen Plane (auch Tarp genannt) sind Sie gut auf Eventualitäten vorbereitet. Sie kann als Regenschutz, als Sonnenschutz oder als Unterlage dienen.

* Empfehlenswert ist auch ein Bollerwagen, denn er kann am Urlaubsort nicht nur als Kinderwagen zweckentfremdet werden, sondern erleichtert auch das Einkaufen und Transportieren von Utensilien zum Badesee, zum Strand oder zum Picknick. Ob für Ihre Zwecke als bester Bollerwagen eher ein kompaktes Modell zum Transport von Getränkekisten oder ein Kinderwagenersatz in Frage kommt, hängt natürlich von den Anforderungen ab. Auf jeden Fall nimmt er beim Transport weniger Platz in Anspruch, als man vielleicht denkt. Wenn man nach dem Tetris-Prinzip packt und die Reifen abmontiert, lässt er sich gut mitnehmen.

* Ebenfalls empfehlenswert sind ein Klapptisch, Klappstühle, eine Picknickdecke und Möglichkeiten zum Verstauen. Insbesondere, wenn Sie das Auto nicht am Zelt parken können, sollten wasserdichte Dosen und Kisten mitgenommen werden, in denen sich Dinge wie Schuhe, Lebensmittel und andere Utensilien gut verstauen lassen und nicht nass werden, selbst wenn man sie außerhalb des Zelts lagert.

 

Mit Babys Campen: Denken Sie an alles!

Die kleinsten Mitreisenden benötigen häufig das meiste Gepäck. Denken Sie beim Reisen mit Babys unbedingt an zusätzliches Equipment wie Wasserkocher, Thermoskanne, Moskitonetz, Ersatzmilch, ein Töpfchen, Windeln, Feuchttücher, Spielzeug sowie Hochstuhl, Spieldecke, eine Trage, einen Buggy und eine Waschschüssel, um Babykleidung schnell waschen zu können.

Etwas größere Kinder brauchen natürlich auch ein wenig Spielzeug. Auch bei schlechtem Wetter, wenn es mal einen Zelttag gibt, sollte bei den Kleinen keine Langeweile aufkommen. Hier kann dann durchaus auch schonmal das Handy oder die Spielkonsole rausgeholt werden. Ansonsten sind aufblasbare Bälle, Sandspielzeug oder auch Puppen, Spielzeugautos, Tierfiguren und Lego empfehlenswert. Denken Sie auch an Malsachen und familientaugliche Spiele wie Mau-Mau oder einen Würfelbecher für Kniffel & Co. Wenn es sehr warm wird, ist auch eine Spritzpistole ein empfehlenswertes Spielzeug. Am See, Meer oder einem Campingplatz mit Schwimmteich oder Schwimmbad sollten auch Taucherbrille und Schnorchel nicht fehlen.

 

Worauf Sie getrost verzichten können

Bei allen Empfehlungen gibt es auch viele Dinge, auf die Sie absolut verzichten können. So brauchen Sie keinen Hammer zum Einschlagen der Heringe und auch keine dicke Wolldecke, die unnötig schwer ist und schlecht trocknet. Kerzen sind ebenso überflüssig und auch einen Klappspaten muss man sicherlich nicht dabei haben. Dennoch findet man solche Dinge immer wieder auf Checklisten für Camper. Übertreiben Sie es nicht und nehmen Sie nur Dinge mit, die wirklich nützlich sind. Verzichten Sie auf überflüssige Dinge und nehmen Sie elektronische Geräte für die Kinder nur mit, wenn sie besonders vorsichtig damit umgehen können. In der freien Natur werden sie deutlich schneller schmutzig und es können Sand und Dreck in die Geräte eindringen, was man vermeiden sollte.

 

 

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