Letztes Update: 05.12.20

 

Berge sind etwas Magisches. Genauso ist es auch für viele mit dem Wandern in den Bergen. Nicht ohne Grund sind in der Mythologie die Gipfel der Berge häufig Sitz der Götter. Doch das Wandern im Gebirge bringt auch Gefahren mit sich, insbesondere für unerfahrene Wanderer. Daher sollten Sie niemals alleine wandern und auch stets weitere Kontaktpersonen über Ihren Aufbruch, die Strecke und Ihre geplante Rückkehr informieren. Besonders wichtig ist es, alles Notwendige mitzuführen. Hier kommt unsere Packliste für Wanderer ins Spiel. Sie sollten die Packliste vollständig abarbeiten und insbesondere Einsteiger sollten unbedingt sicherstellen, dass Sie nichts vergessen.

 

Das Wichtigste: Die Verpflegung

Bevor Sie an Zubehör, nützliche Dinge und Hilfsmittel denken, steht der Proviant an erster Stelle. Verpflegung ist das Wichtigste und sollte immer in ausreichender Menge mitgeführt werden. Dies ist natürlich insbesondere dann von großer Bedeutung, wenn Sie unterwegs an keiner Hütte vorbeikommen oder besonders lange unterwegs sind.

Neben ausreichend viel Wasser oder Tee sollten Sie immer ein paar Energieriegel oder auch belegte Brötchen und so weiter mitnehmen. Einsteiger sollten immer etwas mehr Proviant einplanen, als eigentlich gebraucht würde, denn gerade als Anfänger fällt es häufig schwer, die genaue Dauer der Wanderung zu planen. Auch ambitionierten Wanderern kann es durch unvorhergesehene Ereignisse wie beispielsweise Gewitter oder die Unpassierbarkeit einer bestimmten Route passieren, dass der Proviant ausgeht. Dies sollten Sie immer versuchen, zu vermeiden. Dabei ist ausreichend viel Flüssigkeit natürlich das A und O.

Erst wenn Sie sich sicher sind, dass Sie ausreichend viel Verpflegung gut verpackt haben, sollten Sie den restlichen zur Verfügung stehenden Platz im Rucksack verplanen. Doch vorab möchten wir Ihnen auch zum Rucksack selbst, den Schuhen und der Kleidung einige Hinweise mit an die Hand geben.

 

Die richtige Ausrüstung

Rucksack: Ein guter Wanderrucksack ist von großer Bedeutung. Wir empfehlen, sich für ein möglichst bequemes und praktisches Modell zu entscheiden. Dabei ist es wichtig, dass er nicht überdimensioniert ist und ausreichend viel Platz für die gesamte Ausrüstung inklusive Proviant bietet. Wenn Sie im Sommer wandern, ist es empfehlenswert, sich für ein Modell zu entscheiden, bei dem der Rücken von einer guten Luftzirkulation profitiert.

Wanderschuhe: Erfahrene Wanderer haben sicherlich schon Wanderer gesehen, die Barfuß über Steine und unwegsames Gelände oder mit Sneakern und Jogginghose auf einem Kletterpfad gewandert sind. Es ist wichtig, sich in einem Fachgeschäft professionell beraten zu lassen und Schuhe zu kaufen, die Ihren Anforderungen auch wirklich entsprechen. Ein steigeisenfester D-Schuh ist beispielsweise für einen langen Spaziergang eher unpraktisch und ein leichter Wanderschuh ist wiederum im Gletscher keine gute Wahl. Gute Wanderschuhe sind insbesondere auch für die Vermeidung von Blasen sehr wichtig.  

Wanderhose: Eine gute Outdoor-Hose ist beim Wandern unverzichtbar. Einfache Jogginghosen, Jeans und Baumwollshirt sind kein Equipment für eine Wandertour. Insbesondere auf langen Bergtouren ist es unverzichtbar, eine gute wasser- und windabweisende Hose zu tragen.

Shirt: Auch die Wahl des Shirts ist wichtig, denn ein gutes Shirt zum Wandern sollte sowohl wärmen als auch kühlen und vor allen Dingen auch schnell trocknen. Besonders empfehlenswert ist daher – trotz des recht hohen Preises – Merino-Wolle. Im Vergleich zu Baumwolle oder anderen Materialien hat sie deutliche Vorteile und ist für Wandertouren ideal.

Jacke: Auch wenn man im Tal noch bei 25°C startet, kann es in den Bergen schnell sehr kalt werden. Insbesondere, wenn der Gipfel in Wolken gehüllt ist, ist eine wärmende Jacke unverzichtbar. Gegebenenfalls sollte man sie – wenn sie am Boden noch deutlich zu warm ist – im Rucksack mit einplanen. Daunenjacken sind für den Rucksack ideal, denn sie wärmen, sind aber dennoch sehr kompakt und leicht.

Die komplette Wander-Packliste

Wenn die Planung abgeschlossen, das Equipment bereit und die Verpflegung ausgesucht ist, kann es an den Rest des Equipments gehen. Hier muss alles Wichtige im Rucksack Platz finden und auch, wenn Sie nicht zu jeder Tour alles mitnehmen müssen, sind einige Dinge doch unverzichtbar.

Kopfbedeckung: Auch bei strahlendem Sonnenschein sollten Sie stets eine Kopfbedeckung mitführen. Wenn es regnet oder schneit bzw. sehr windig ist, ist sie unverzichtbar. Eine gute Kopfbedeckung darf daher bei keiner Bergwanderung fehlen.

Wechselkleidung: Man weiß nie, was einen erwartet. Ist man erst auf dem Gipfel oder hoch in den Bergen und hat nasse Kleidung, wird man vor einem großen Problem stehen, wenn man keine Wechselkleidung dabei hat. Zumindest ein Wechsel-Shirt gehört daher in jeden Rucksack. Auch im Auto sollten trockene Socken und Schuhe bereitstehen.

Regenschutz: Nicht selten schlägt das Wetter im Gebirge sehr schnell um. Daher ist eine gute Regenjacke meist unverzichtbar. Auch eine Regenhose sollte immer mit im Gepäck sein. Häufig wird man trotz positivem Wetterbericht von Schauern überrascht. Erfahrene Wanderer, die sich der Wetterlage sehr sicher sind, können aber natürlich auch mal auf den Regenschutz verzichten.

Windjacke: Neben einer wärmenden Jacke sollte auch eine dünne Windjacke mitgenommen werden. Sie ist atmungsaktiv, hält den Wind gut ab und nimmt kaum Platz bzw. Gewicht in Anspruch. Leichte Modelle wiegen nur etwa 100 Gramm und lassen sich sogar in der Hosentasche verstauen.

Sonnenbrille: Insbesondere bei strahlendem Sonnenschein und im Gletscher sollte unbedingt eine Sonnenbrille mitgenommen werden.

Erste-Hilfe-Set: Sollte doch einmal etwas passieren, muss man gut vorbereitet sein. Ein Basis Erste-Hilfe-Set gehört daher in jeden Rucksack. Ohne Wenn und Aber.

Pfeife: Kommt Nebel auf, sollte man auf sich aufmerksam machen können. Eine gute Trillerpfeife kostet fast nichts, nimmt so gut wie keinen Platz weg und kann im Fall der Fälle Leben retten. Sie gehört daher in jeden Wanderrucksack.

Smartphone: Ein Outdoor-Handy muss immer mit dabei sein. Welches Modell auch immer für Sie als bestes Outdoor Handy in Frage kommt – es nützt nichts, wenn es leer ist. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass der Akku komplett voll ist. Speichern Sie zudem die Bergrettung als Notruf-Nummer ins Handy ein.

Kamera: Wenn das Outdoor-Handy als Kamera nicht gut genug ist oder Sie den Akku schonen wollen, nehmen Sie eine Kompaktkamera mit.

Lampe: Eine Stirnlampe ist besonders empfehlenswert, denn wenn man doch einmal in der Dunkelheit wandern muss, kann dies ohne Stirnlampe zu einer großen Gefahr werden.

Taschenmesser: Ein gutes Taschenmesser ist unverzichtbar. Auch wenn es meist nur zum Schneiden von Käse oder der Brote zum Einsatz kommt – im Notfall ist es das Universalwerkzeug schlechthin.

Karte: Trotz Smartphone sollte eine Wanderkarte im Rucksack nicht fehlen. Im Fall der Fälle sind gute Wanderkarten, auf denen Alternativrouten eingezeichnet sind sehr wertvoll und dürfen daher nie fehlen.  

Batterien: Für alle elektrischen Geräte sollten Ersatzbatterien mitgenommen werden. Auch eine Powerbank, um im Notfall das Smartphone nachladen zu können, ist sehr empfehlenswert.

Sonnencreme: Im Gebirge ist die UV-Strahlung deutlich intensiver. Ein guter Sonnenschutz gehört daher in jeden Rucksack.

Lippenpflege: Der kalte Wind und die UV-Strahlung sind für die Lippen besonders belastet. Sie werden entsprechend schnell spröde. Ein guter Lippenbalsam darf daher auf keinen Fall fehlen.

Zeckenzange oder –karte: Fängt man sich Zecken ein, muss man sie schnell fachgerecht entfernen können. Leichte Zeckenkarten und Zeckenzangen nehmen kaum Platz weg und sind dafür ideal.

Blasenpflaster: Trotz gutem Schuhwerk lassen sich Blasen nicht immer vermeiden. Damit die restliche Wanderung nicht zur Folter wird, sollten immer Blasenpflaster mitgenommen werden.

Das Übliche: Neben den zuvor genannten Dingen dürfen im Wanderrucksack natürlich auch Bargeld, die Versicherungskarte, ein Personalausweis sowie Taschentücher nicht fehlen. Falls Sie eine Brille tragen, sind auch Brillenputztücher empfehlenswert. Außerdem empfehlen wir, für den Fall der Fälle immer – sofern Sie Medikamente nehmen – eine Notfall-Dosis für zwei Tage mitzuführen.

Optionales Equipment für die Packliste

Wenn Sie noch Platz im Rucksack haben, gibt es weitere Dinge, die auf einer Wanderung sinnvoll sind. Diese sind nicht unbedingt notwendig, können im Fall der Fälle aber – wie man so schön sagt – „nice to have“ sein.

Wanderstock: Mit Wanderstöcken geht es sich deutlich leichter. Dadurch kann man beim Aufstieg Energie sparen.

Salz: Sicher, auch die Tomate schmeckt deutlich besser mit Salz. Hier geht es aber eher darum, rutschige und vereiste Stellen im Notfall entschärfen zu können.

GPS-fähiges Gerät: Mit GPS-Signal lässt sich deutlich besser navigieren und auch wenn man sich mal verlaufen hat, findet man deutlich leichter wieder in sichere Gefilde.

Feuerzeug: Auch ein Feuerzeug sollte eigentlich in keinem Rucksack fehlen, denn dadurch hat man die Möglichkeit, im Notfall Feuer zu machen.

Handschuhe: Insbesondere wer zu kalten Händen neigt, sollte immer ein paar Handschuhe mitnehmen.

 

Weitere wichtige Tipps für die Wandertour

Über die Packliste hinaus gibt es natürlich viele weitere Dinge, die man bei einer Bergwanderung beachten sollte. Einige wichtige Tipps haben wir hier kurz zusammengefasst.

Die Strecke ausgiebig planen: Bevor es losgeht, sollte man die Strecke genau planen, die Zeit möglichst genau abschätzen und Eventualitäten einplanen. Schaffen Sie also immer zeitlichen Puffer, um nicht von der Dunkelheit überrascht zu werden.

Trainingsstand aller Beteiligten berücksichtigen: Planen Sie so, dass alle Beteiligten gut mitkommen und niemand über seine Grenzen hinausgehen muss. Mit anderen Worten: Überschätzen Sie sich nicht.

Zeitpuffer einplanen: Planen Sie einen zeitlichen Puffer ein für zusätzliche Pausen, kleine Zwischenfälle oder Findungsphasen, wenn man sich etwas weiter voneinander entfernt hat.

Personen zuhause informieren: Lassen Sie zuhause mindestens eine Person wissen, wann sie aufbrechen und wann Sie wieder zurück sein wollen. Dies kann im Fall der Fälle Leben retten.

Gewitter, Lawinen und Steinschlag: Setzen Sie sich mit den örtlichen Lawinenwarnungen auseinander und prüfen Sie die aktuelle Wetterlage, um Gewitter zu meiden. Auch mögliche Steinschläge sollten nicht vergessen werden, auch hier lohnt es sich daher, sich vorab zu informieren.

Notfallkontakte: Speichern Sie Notfallkontakte ab wie beispielsweise die Nummer der Bergrettung.

 

 

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